Interpretationskurs Französische Barockmusik

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Dauer: von: 12.06.2026 bis: 14.06.2026
Veranstaltungsort: Dürerbundhaus
Theaterstrasse 12
06366 Köthen
Germany
Telefon: 01701824121
Fax:
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Webseite:


Instrumente:



Dozenten:

Violine Prof. Midori Seiler
Kammermusik Prof. Dr. Kai Köpp


Weitere Informationen:

Anmeldeschluss: 2026-06-10
Kosten Die Teilnahmegebühr beträgt 198 € (ermäßigt* 139 €) *Studierende
Anmeldung/Infos: Köthener BachGesellschaft
Schlossplatz 5
06366 Köthen
Germany

Telefon: 01701824121
Fax:
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Bemerkungen: Gern zitiert – kaum probiert: Wie klingt französische Barockmusik, wenn wir Muffats „Bedienungsanleitung“ folgen?

Georg Muffat war der Leopold Mozart des Barock. Zweieinhalb Generationen älter, begann er als 10jähriger seine Ausbildung in der Versailler Hofmusik unter Lully, studierte mit 19 Jura in Deutschland, reiste weit, publizierte auf Latein und anderen Sprachen und wirkte ab 1690 in Passau als Pagen-Hofmeister – als Lehrmeister junger Adeliger wie später Leopold Mozart.

Was können wir heute von Muffat lernen? Zwar berichtet er Spannendes über Corellis Orchesterpraxis, an der der 28jährige Muffat selbst in Rom mitwirkte, aber seine spektakulärsten Lehren sind das Insider-Wissen über französische Musikpraxis, die er im Vorwort zu seiner Suiten-Sammlung «Florilegium Secundum» von 1698 offenbart. Dieses berühmte Vorwort ist heute allerdings nur in einer einzigen fürstlichen Privatbibliothek nachweisbar – bei allen anderen erhaltenen Suiten-Exemplaren ist es nicht enthalten. Muffats später Verrat an den Berufsgeheimnissen seiner ersten Ausbildung dürfte also kaum von der Donau nach Frankreich gedrungen sein.

Auch wenn Muffat heute gerne zitiert wird, werden seine Lehren kaum je vollständig in die Praxis umgesetzt, auch nicht von einschlägigen Spezial-Ensembles. In unserem Kurs wollen die detaillierten Anweisungen Muffats systematisch nachvollziehen: Wir experimentieren mit den Auswirkungen verschiedener Bogenhaltungen, der legendären Strichdisziplin und dem Einsatz improvisatorischer Elemente und wenden diese auf Ensemblesätze seiner Zeitgenossen Lully und Corelli an.

Praktische Quellenarbeit für Streicher und Continuospieler anhand der Aufzeichnungen von Georg Muffat.

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